Donnerstag, 8. Januar 2009

Durchgeschüttelt, nicht geführt

Da saßen wir zwei, Basti und ich, nun wie betröppelt am Sonntagabend in den Kinostühlen vom Stuttgarter Metropol. Der Abspann vom neuen Bond - Ein Quantum Trost lief, die ersten Gäste verließen den Saal.

War er nun gut, der zweite Bond mit Daniel Craig? Wir versuchten, uns der Antwort Schritt für Schritt zu nähern. In einem Punkt waren wir uns sofort einig: Sean Connery bleibt unübertroffen. Doch schon beim zweiten Schritt driften wir auseinander. Ich persönlich finde Roger Moore's Humor köstlich, für Basti hat jedoch Pierce Brosnan an Position zwei die Nase vorn. Erstes Fazit also: Daniel Craig muss an sich arbeiten und noch Profil gewinnen, um in die Phalanx der Helden einbrechen zu können. Wir reden aber um den heißen Brei rum. Wie war er denn nun, der neue Bond? Er hatte jedenfalls eine extrem hohe Geschwindigkeit. Der Schnitt war so schnell, ich persönlich hatte Probleme, den Actionszenen zu folgen und die Bildflut aufzunehmen. Die Kampfszenen waren gut choreographiert. Einigkeit herrschte wieder beim Punkt "Verfolgungsszenen zu Fuß": der neue Bond muss springen können! Am besten auf Dächern oder an Fassaden entlang. Jedem das seine, ist wohl ein neuer Trend. Wir erinnern uns an die Eröffnungsszenen von Casino Royal. Zweites Fazit: Action stimmte, doch ein wenig zu schnell für das nostalgische Publikum. Nachdem wir auch "Hitman" gesehen hatten, war die Erwartungshaltung gegenüber dem Bond-Girl Olga Kurylenko extrem hoch. Für mich unerklärlich, weshalb Kurylenko sowas von unvorteilhaft modisch in Szene gesetzt wurde. Da wäre mehr drin gewesen. Drittes Fazit: Schade. Eva Green machte zuvor eine bessere Figur. Da fehlt doch noch was. Ach ja, die Story! Eine Organisation, die im Hintergrund die Strippen zieht und die Mächte der Welt an der Nase herumführt. Ist altbewährt, doch vom Hocker gehauen hat es uns nicht. Viertes Fazit: Geht in Ordnung. Unter dem Strich war "Ein Quantum Trost" ein guter Bond. Ich habe mich damit abgefunden, dass der Bond in der heutigen Zeit angekommen ist. Doch fehlt mir die Liebe zum Detail. Was ist beispielsweise mit "Q" passiert? John Cleese's Auftritt blieb aus. Wir wurden durch die Action durchgeschüttelt und mitgerissen, doch geführt wurden wir nicht durch liebgewonnene nostalgische Welt des Bond.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen